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KOVERS


Motivation

Entscheidungsträger stehen heute bei chemischen Bedrohungen vor komplexen Aufgaben. Die steigende Vielzahl an Gefahrenquellen und die höhere Besiedelungsdichte in hochindustrialisierten Ländern wie Österreich erfordern gewissenhafte Vorbereitung und kompetente Sofortmaßnahmen im Ernstfall. Gleichzeitig ist die öffentliche Risikoakzeptanz gerade im Zusammenhang mit der chemischen Industrie und dem Transport gefährlicher Güter stark gesunken.

Risikomanagement

Die Bearbeitung von Problemfällen gestaltet sich in der Regel als Mehrstufenprozeß nach folgendem Schema:
  • Gefahrenermittlung (qualitative Ebene)
  • Risikoabschätzung (quantitative Ebene)
  • Gefahrenbeurteilung (Entscheidungsebene)
  • Gefahrenabwehr / Risikominderung (Umsetzungsebene)
Risikosituationen sind oft Konfliktsituationen. Um zwischen verschiedenen Handlungsalternativen abwägen zu können, benötigt man sinnvolle Entscheidungsprinzipien und Strategien. KOVERS ist ein Decision Support System, das auf allen vier Stufen des Risikomanagements Kriterien zur Entscheidungsfindung liefert.

KOVERS Chemical Risk Tool

Im Fall der Beurteilung des vom Transport, der Lagerung und der Verarbeitung chemischer Güter ausgehenden Risikos sind Kriterien zur Entscheidungsfindung Resultate sogenannter "whatif" Analysen: Was ist die ökonomische, ökologische und medizinische Tragweite eines Unfalls wenn es zu einer Explosion, einem Brand oder einer Emission von xxx Tonnen der Substanz yyy am Ort zzz kommt? Diese Aufgabe wird in KOVERS durch die Integration verschiedener Informationsschichten gelöst:
  • Daten zur Gefährlichkeit der behandelten Substanz
  • Quelltermparameter modelliert in Abhängigkeit von z.B. der Bauart des Tanks und der Leckgröße
  • Resultate von physikalischen Konsequenzmodellen für das jeweilige Szenario unter Berücksichtigung der spezifischen Geländebedingungen und meteorologischen Verhältnisse
  • Demographische, hydrographische und Landnutzungsdaten (allgemein: GIS Daten) des betroffenen Gebietes


Die Modellbildung geht bei KOVERS sehr ins Detail: KOVERS ist auch für whatif Analysen im städtischen Bereich geeignet und kann einzelne Häuser berücksichtigen. Die wichtigsten Rechenmodelle und Standards für Risikoradien (IDLH Immediate Danger to Life and Health, TLV – Threshold Limit Value, STEL – Short Term Exposure Limit, % Lethalitätsrisiko) werden zur Auswahl angeboten. Je nach Situation und Vorgabe kann ein entsprechendes Modell gewählt werden.
Die für die Notfallplanung relevanten Daten werden entweder zusammengefaßt (Anzahl der betroffenen Personen, m2 betroffen bezogen auf einen von 24 verschiedenen Landnutzungstypen, m2 kontaminierte Oberflächengewässer,….) oder auf einer interaktiven Landkarte für jeden Punkt angegeben.


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